haus der jugend

 

wettbewerb für den neubau eines jugendzentrums mit alfredo peñafiel
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Der Spielberg. Der vorliegende Entwurf für das Haus der Jugend in Heidelberg kombiniert in einzigartiger Weise die Wünsche der Nutzer mit der Anforderung an Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sowie den Potentialen des Ortes und der Aufgabe. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir nicht nur den sorgsamen Umgang mit Ressourcen und Energien, sondern auch den erheblichen Mehrwert für alle Nutzer aus einem spielerischen Konzept mit vielfältigsten Nutzungssituationen und fortgesetzt neuem Erleben. Aus dem Wunsch nach Zugänglichkeit des Gebäudes aus verschiedenen Richtungen wurde eine Konzeption entwickelt, die effizient ist und zugleich drei unterschiedliche Außenbereiche mit Zugängen von Süden, (Nord-) Westen und Norden ausbildet. Konzeptbildendes Merkmal des Entwurfes ist jedoch vor allem die Ausbildung einer Topographie, die es ermöglicht, das Dach des
Gebäude von Süden und Osten her zu begehen, wodurch gleichzeitig die Außenbereiche akzentuiert und diverse Nutzungsmöglichkeiten ausgebildet werden. Es entsteht ein Hybrid aus Gebäude und Topographie: der Spielberg.

Freiraum/Spielraum. Der Außenbereich I mit dem Zugang von Süden mit Terrasse und Rollschuhbahn bildet auf zwei Seiten eine amphitheaterartige Situation mit Außenbühnen. Dieser Bereich ist zugleich von der Dachterrasse einsehbar: Vielfältige Szenarien für die Bespielung zu allen Jahreszeiten und nicht zuletzt beim Sommerfest sind denkbar. Den Außenbereich II bilden Vorplatz und Zugang von Nordwesten mit Parkplätzen und Anlieferung. Der Außenbereich III mit dem Zugang vom Schulcampus bietet die Außenfläche für die Disco und das Skateelement, die so durch Gebäude und Topographie akustisch gegen die südlichen Wohnhäuser abgegrenzt sind. Über die hier ausgebildete Topographie gelangt man zum ersten
Geschoss mit zweitem baulichem Rettungsweg. Eine Tribüne verbindet an dieser Stelle das erste Geschoss mit dem Dach und ermöglicht Blicke auf Bolzplatz und die Ausläufer des Odenwaldes. Über die Stufen gelangt man auf das Dach zur Dachterrasse, die auch vom Inneren des Gebäudes über Treppe und Aufzug erreichbar ist. Das Dach ist begrünt und nur in Teilbereichen begehbar. Auf dem nordwestlichen Arm des Gebäudes ist ein leicht erhöhter Gipfelausguck angeordnet. Im Süden des Gebäudes befindet sich auf dem Dach des Saales das Urban Gardening. Von hier fällt die Topographie nach Süden ab und geht in die Bestandshöhen über, wo sich Wassersandspielplatz und Basketballplatz einfügen.

Gebäude. Über alle drei Eingänge erreicht man das zentrale Foyer, das durch das angrenzende möglichst offene Café weiter wirkt. Küche und Saal schließen nach Süden an. Café und Saal haben so Anbindung an den großen Außenbereich I. Östlich ist der Discobereich untergebracht, der autark nutzbar ist. Im Nordflügel befinden sich Verwaltung und Haustechnik. Im 1.OG ist der Tanzraum mit größerer Raumhöhe nach Norden orientiert. Theater- und Seminarraum grenzen an den Saal an, während sich im Zentrum Kinder- und Jugendbereich sowie Kunst und Werken befinden mit Ausgang auf die Topographie. Über einen Luftraum und Nischen im Obergeschoss entsteht auch im Inneren ein vielfältiges Gefüge mit interessanten Raum- und Blickbeziehungen wie Wegeführungen. Alle Bereiche können barrierefrei erreicht werden.

Energiekonzept. Dem Wunsch nach einem Passivhausstandard wird durch die Kompaktheit und Ausrichtung des Gebäudes sowie der zu belichtenden Räume optimal Rechnung getragen. Die teilweise Anschüttung des Gebäudes mit Topographie wirkt sich positiv auf die energetische Bilanz aus. Die Einsparung von Energie stellt insgesamt den Hauptbestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie dar. Der Energieverbrauch kann durch die „lean-mean-green“-Strategie stark reduziert werden. Durch ein „Energy Monitoring“ wird der Verbrauch nachvollziehbar, wodurch zusätzlich Energie eingespart wird. Zur Gewinnung von Strom wird eine Windkraftanlage auf dem Dach mit Darrieus-Rotoren vorgeschlagen, die das Gebäude ästhetisch bereichern. Ergänzt wird das Energiekonzept durch ein intelligentes Abfallmanagement, das auf Reduzierung und Recycling setzt. Das Nachhaltigkeitskonzept
bezieht Nutzer, Nachbarschaft und gebaute Umwelt mit in den Entwurf ein und gewährleistet eine hohe soziokulturelle Qualität. Es wird vorgeschlagen, alle Aspekte der Nachhaltigkeit in einem Konzept des ‚unterhaltsamen Lernens’ den Nutzern zu vermitteln.