entwurf für ein analoges bildtelefon, mit siegfried miedl und jörg lorenz
zwischengesicht bietet als komfortables Sitzmöbel Gelegenheit, sich im gemütlichen Plausch von Angesicht zu Angesicht zu verlieren. Bei einem kühlen Getränk läßt sich unbeschwert über schwierige Themen diskutieren oder entspannt eine neue Bekanntschaft schließen. Darüber hinaus besteht jedoch dank modernster Spiegeltechnik auch die Möglichkeit sich mittels analogem Bildtelefon zu unterhalten – und das obwohl man sich am gleichen Ort befindet. Da man sich in der modernen Kommunikation auch dann gerne einer technischen Vermittlung bedient, wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist, wurde zwischengesicht entwickelt, um eine vermittelte Kommunikation in situ zu ermöglichen. Die Kommunikanden, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander an den beiden Enden des Sitzmöbels befinden, begeben sich mit ihrem Kopf in das Gehäuse der Kopplungsstelle – und schon können sie den jeweiligen Kommunikationspartner am anderen Ende des Spiegelkanales erkennen und sich mit diesem unterhalten. Durch die Anzahl und ausgefeilte Anordnung der Umlenkspiegel wird der Umkehreffekt der Spiegelungen aufgehoben und man nimmt den Gesprächspartner wahr als würde man ihm direkt in die Augen schauen – und doch befindet man sich im virtuellen Raum einer durch Technik übertragenen Kommunikation. zwischengesicht zeichnet sich somit als moder-nes Kommunikationsmedium aus: Verabredungen zum Gespräch von Angesicht zu Ange-sicht können unmittelbar vor Ort getroffen werden; die Privatheit und der räumlich virtuelle Charakter einer medial vermittelten Kommunikation werden in vollem Umfang garantiert.